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20.Jul.2014


Alles Banane in Panama


in Manuel Antonio habe ich mir den Nationalpark abgesehen. Von Ruhe und Abgeschiedenheit kann aber keine Rede sein, wahre Touristenmassen laufen durch. Zudem sind fast alle Wege wegen Wartungsarbeiten gesperrt. Aber wenigstens zwei schoene Straende gibt es und beide sind voll von Einsiedlerkrebsen, die zwischen den Sonnenhungrigen herumkrabeln.
Manuel Antonio National Park
Strand  im Manuel Antonio NP

Einsiedlerkrebs
Einsiedlerkrebs
Danach ging es zurueck nach San Jose, wo zufaelligerweise auch gerade die anderen Leute aus meiner Klasse von ihrer Costa Rica Rundreise zurueckwaren und wir spontan wiedersehen feiern konnten. Ein kleiner Hoehepunkt war noch eine Seilbahnfahrt durch den Regenwald, der sich wieder von seiner besten Seite (also im Regen) zeigte.
Seilbahn durch den Regenwald
Seilbahn durch den Regenwald

Pfeilgiftfrosch
Pfeilgiftfrosch (?)

Friedhof in San Jose
Friedhof in San Jose

Und dann ging auch schon mein Flug nach Panama.

Um es gleich vorweg zunehmen, irgendwann muesst Ihr es ja mal erfahren: als Kind wurden wir belogen!! Es gibt hier keine Tiger und nach Bananen riecht hier auch absolut nichts. Eher nach Abgassen und Kloake. Janosch muss Schnupfen gehabt haben.
kleiner Tiger und kleiner Baer in Panama
kleiner Tiger und kleiner Baer in Panama

Direkt nach meiner Ankunft schlug ich mich zur Bushaltstelle durch und wartete auf den Bus in die Innenstadt. Waehrend ich noch ueberlegte welche Zielanzeige mir am sympathischsten ist, hielt einer der sogenannten "Red Devil"  und lud mich nach kurzer Nachfrage wo ich den hinwolle kurzerhand ein. Und das war auch gut so, denn wie ich spaeter merkte kann man den oeffentlichen Bus nur mit Prepaidkarte nutzen. Am Flughafen gibt es zwar alles zu kaufen, aber keine Buskarte. (ein Schelm wer glaubt, dass die Taximafia dahintersteckt)

Die "Red Devils" sind private Busse, bei denen es sich um bunt angemalte und mit lautstarker Musikanlage und TV versehene alte amerikanische Schulbusse handelt.
Red Devil
ein Red Devil

Red Devil
und noch einer

Der Lonely Planet der im Hostel auslag berichtete von ziemlich beunruhigender Sicherheitslage in Panama. Zum Glueck war der aber aus den 90er Jahren und schon komplett ueberholt. Es gibt zwar immer noch Gegenden bei denen ich lieber umgekehrt bin, aber vieles kann man auch zu Fuss machen.

In Mexico City dachte ich mir noch, schlimmer kann es mt dem Strassenverkehr nicht mehr kommen!  ...doch, kann es! Wer eine Woche Panama City als Fussgaenger ueberlebt kann auch die A3 mit geschlossenen Augen ueberqueren. Immerhin gibt es seit einigen Monaten eine U-Bahnlinie. Die ist noch so neu, dass die Polizisten die am Eingang stehen Anleitungen zur Benutzung verteilen. (Nein, ich habe es mir nicht ausgedacht).
Metrofahren fuer Anfaenger
Metrofahren fuer Anfaenger

Panama City hat zwei Seiten: Eine moderne Innenstadt mit vielen Wolkenkratzern (von denen kein einziger eine Aussichtsplattform hat, lediglich das Hardrock Hotel hat eine Rooftopbar) auf der anderen Seite viele verfallene Haeuser und Ruinen.
Skyline von Panama City
Skyline von Panama City

Fischerboote in Panama City
Fischerboote in Panama City

aber auch das ist Panama City
aber auch das ist Panama City


An meinem ersten Tag machte ich einen Abstecher zum Kanal. Man sollte frueh hier sein, da die Schiffe nur bis 10/11 Uhr Richtung Karibik  durchgeschleusst werden und dann erst wieder ab 14.30 Richtung Pazifik. Eine Durchfahrt kostet zwischen 200.000 und 300.000 Dollar.
Schiff passiert Miraflores
ein Schiff passiert den Kanal

die Miraflores Schleuse

Dann stattete ich noch Panama Viejo und Casco Viejo einen Besuch ab. Ersteres ist die alte Hauptstadt, die seinerzeit von Henry Morgan angegriffen und zerstoert wurde. Um ehrlich zu sein Casco Viejo, die heutige Altstadt, besteht auch aus sehr vielen Ruinen, aber es wird auch viel wieder aufgebaut.
Panama Viejo
Panama Viejo

Casco Viejo
Casco Viejo (restaurierter Teil)

Casco Viejo
Casco Viejo (eine Strasse weiter)


Das Endspiel der WM habe ich natuerlich auch gesehen, zusammen mit anderen Backpackern im Hostel. Kurz zuvor war ich noch unterwegs und ich muss sagen, ich war ueberrascht wie viele deutsche Flaggen ich gesehen habe (fast mehr als argentinische). In den nachfolgenden Tagen haben mir viele Einheimische gratuliert oder mich drauf angesprochen, wenn sie gehoert haben, dass ich aus Deutschland komme.

Da ich nicht nur in der Grossstadt bleiben will habe ich noch einen Zweitagesausflug nach San Blas gebucht. San Blas ist eine Ansammlung von Inseln in der Karibik an der Grenze zu Brasilien die von den Ureinwohnern bewohnt wird. Um 4.30 in der Fruehe hielt dann ein Jeep vor dem Hostel und ein muerrischer Fahrer lud mich nach kurzer Frage "San Blas?" ein. Leider der Falsche! Das merkte ich, als am "Hafen" zu San Blas keiner von der Gruppe oder Organisation auftauchte.
Hafen nach San Blas
Warten auf das Boot zu San Blas

Mit meinen geringen Spanischkentnissen und der Hilfe zweier Texaner versuchte ich herauszufinden wo ich eigentlich hinmusste, wahrend immer mehr Leute auf Schiffe oder Jeeps verladen wurden und ich zum Schluss alleine rumstand. Die Texanerin hat mich noch beruhigt, man wuerde keinen hier zuruecklassen. So war es zum Glueck auch, als einziger wurde ich dann in das letzte Boot eingeladen und raus ging es, vorbei an vielen grossen und kleinen Inseln mit Palmen oder nur mit Huetten.
Insel auf dem Weg nach San Blas
Insel auf dem Weg

 Ich muss gestehen, dass hier doch ein Anflug von Panik kam und ich mich schon auf einer einsamen Insel ausgesetzt sah. Aber schliesslich kamen wir an einer suessen kleinen Trauminsel mit nur 2 weiteren Touristen an. Im Nachhinein war das definitiv besser als mit einer ganzen Gruppe auf einer der Partyinseln zu landen. ;-)
Traumstrand
Traumstrand

Unterkunft auf San Blas
meine Unterkunft

Dirk Nöldner in seinem natürlichen Lebensraum
ich in meinem natuerlichen Lebensraum

Die Rueckreise am naechsten Tag war unkompliziert, mal abgesehen davon, dass wir einen anderen der Jeeps sahen, der hier 2 Stunden vorher die Boeschung herabgestuerzt und verunglueckt war.

Zurueck in Panama City sah ich mir noch das Frank Gehry Haus an, ein Museum, das demnaechst eroeffnet wird und machte eine Wanderung auf den Cerro Ancon um mal einen Blick von oben auf Panama zu haben (wenn schon kein Hochhaus offen hat...)
Frank Gehry Haus
Biomuseum von Frank Gehry

Blick von oben auf die Altstadt von Panama
Blick von oben auf die Altstadt

Die letzten zwei Tage bin ich dann doch nochmal ins Hotel gewechselt, da ich doch ganz gerne mal wieder durchschlafen wollte und meine Sachen fuer Ecuador organisieren muss. Kleine Anektode am Rande: hier kam ich ins Gespraech mit einer Russin, die hierher auswandern will und sich beschwerte, dass sie laufend angehupt wird, nur wegen ihrer Haare!
(Blondie, die hupen nicht wegen deiner Hu..aare, die hupen immer!!)

Ich will zwar nicht sagen, dass ich reisemuede bin, aber so langsam merke ich, dass ich ein Schaeufele mit Klos und fraenkischem Bier aufregender finde, als den 8. Vulkan, den 21. Traumstrand, den 24. Nationalpark, den 30. spektakulaeren Wasserfall oder den 100. Tempel. Auch haette ich ganz gerne mal wieder laenger als 24 Stunden am Stueck trockene Kleider am Leib.
(fuer New York habe ich mir auch schon ein Zimmer mit Regendusche reserviert. Da stelle ich mich dann einmal taeglich mit Klamotten und Rucksack drunter, damit der Abschied aus Mittelamerika nicht so schwer faellt ;-))
Aber morgen geht es erst mal mit dem Flieger nach Quito...


Kommentare

von Katja um 28.Jul.2014 um 00:43


ja, das kommt mir bekannt vor. Erstaunlich wieviel "Traumstrände" es gibt die man angeblich unbedingt gesehen haben muss. Aber irgendwann sieht einer wie der andere aus :-) Wünsche Dir noch eine schöne restliche Zeit in Ecuador!!!!

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(c) aller Bilder und Texte liegt ausschlieslich bei mir (Dirk Noeldner).